Barrel

Aus Tar Sands-Kampagne
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Die in der Ölindustrie geläufige Maßeinheit Barrel (englisch für "Fass") ist hierzulande für normale Leute nicht so einfach vorstellbar. Es handelt sich um ein Volumenmaß, das in der Erdölindustrie genau 158,987 Liter meint. Genaugenommen wird die Einheit "Barrel" für verschiedene Produkte unterschiedlich definiert, so z.B. für Bier oder Wein, Heringe oder als Vergleichsmaß für den Energiegehalt von Ölen und Gasen das Barrels of oil equivalent (BOE). Außerdem gibt es regional unterschiedliche Volumendefinitionen für das Barrel - das britische Imperial Barrel und das US-amerikanische Barrel. Letzteres ist das in der Erdölindustrie international gebräuchliche Maß, also die bereits genannten 158,987 Liter.[1]

Historisch ergab sich die Nutzung dieser Maßeinheit ganz pragmatisch aus der Nutzung alter Heringsfässer. Zu dieser Zeit (in Europa ist als älteste Erdölgewinnung 1498 Pechelbronn im Elsass bekannt; industriell wurde das Öl aber erst ab 1735 gewonnen) wurde Gesalzener Hering in Fässern in großen Mengen ins Binnenland verkauft. Diese Fässer waren billig und wurden einfach gereinigt und für das Abfüllen des Erdöls genutzt. Um eine Verwechslung zu vermeiden, wurden die Böden der Heringsfässer vor der Befüllung mit Erdölprodukten blau gestrichen. Daher kommt neben der Einheitenabkürzung bl. auch bbl. für "blue barrel" zur Anwendung.[1]

Laut dem Magazin "Klimaretter" werden bei der Verbrennung eines Barrels 448 Kilogramm Kohlendioxid (bezogen auf relativ leichtes Erdöl wie die Referenzsorte "Brent" aus der Nordsee mit einer Dichte von 0,84 Kilogramm je Liter und einem Kohlenstoffgehalt von 85 %).[2]