Tar Sands - was ist das

Aus Tar Sands-Kampagne
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Genaugenommen sind die Tar Sands eine komplexe Mischung von Quartzsand, Schlick, Ton, Wasser, Spurenmetallen und Bitumen. Diese Stoffe müssen abgetrennt werden, um künstliches Rohöl zu produzieren.

Der Anteil von Bitumen in den Tar Sands unterscheidet sich je nach Lagerstätte. Als "reich" werden Lagerstätten mit einem Gehalt von mehr als 10% bezeichnet, 6-10% gelten als durchschnittlich und alles darunter sind arme Lagerstätten. Aufgrund des geringen Bitumenanteils gelten arme Lagerstätten für gewöhnlich als unrentabel.

Ein Sandkorn ist der Kern der komplexen Struktur der Tar Sands-Partikel. Jedes Korn ist von einer dünnen Schicht Wasser umgeben, die Ton- und Schlickpartikel sowie Mineralien enthält. Das Bitumen füllt den Raum zwischen Sandkorn und der Wasserschicht. Mit technologischen Termini werden die Tar Sands von Alberta werden als "water wet" und wasserbindend bezeichnet und unterscheiden sich damit von anderen Vorkommen in anderen Teilen der Welt. Hier ist der Einsatz von heißem Wasser zur Abtrennung des Bitumens technisch möglich.

Bitumen ist genaugenommen nicht eine einzelne Substanz, sondern eine Mischung aus flüssigen, halbfesten und festen Kohlenwasserstoffen. Genau wie andere Kohlenwasserstoffe - z.B. Kohle oder Erdgas - ist Bitumen ein organischer Stoff, der im wesentlichen von Wasserstoff- und Kohlenstoff-Atomen ausgemacht wird. Bitumenmoleküle beinhalten außerdem Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel, Spurenmetalle und andere Elemente.

So wie es auch viele verschiedenen Arten von Kohlenwasserstoffen gibt, gibt es auch viele Typen von Öl. Neben anderen Charakteristika weisen verschiedene Ölarten unterschiedliche Mengen an Kohlenstoffatomen auf. Ergas hat normalerweise 1-4 dieser Atome, während Schweröle 50 oder mehr davon besitzen. Verglichen damit sind Bitumenmoleküle monströs - sie umfassen Tausende von Kohlenstoffatomen. Dadurch wird Bitumen zu einem der komplexesten Moleküle, die in der Natur gefunden werden können.

Ein anderes Charakteristikum von Bitumenmolekülen ist das Verhältnis der Wasserstoffmoleküle. Dieses ist verglichen mit Erdgas oder Schweröl kohlenstoffreich und wasserstoffarm. Bitumen ist außerdem höchst zähflüssig - bei Raumtemperatur würde es nicht fließen. Bei 11 °C - der Temperatur in vielen Untergrundlagerstätten - hat es die Konsistenz eines Eishockey-Puck. Um Bitumen zu bewegen, muss es erhitzt oder mit leichten Kohlenwasserstoffen verdünnt werden, um es weniger zäh zu machen.



Diese Seite ist ein Auszug einer Publikation aus unserer Kampagne im grünen blatt. Unter der Überschrift "Tar Sands": Nachhaltige Zerstörung von Urwäldern und Feuchtgebieten, Enteignung indigener Menschen und größter Einzelverursacher des Treibhauseffekts erscheint dort seit Anfang 2013 eine fortlaufende Artikelserie mit Hintergrundinformationen zu den Tar Sands.

Dieser Auszug ist Teil 2 der Artikelreihe entnommen. Weiterverwendung und Verbreitung unter Angabe der Originalquelle (grünes blatt) oder unserer Kampagne ist erwünscht!