Traditional Lands

Aus Tar Sands-Kampagne
Wechseln zu: Navigation, Suche

Beim Großteil des Landes, auf dem Tar Sands abgebaut werden, handelt es sich um "tradional land" der First Nations, die hier seit Jahrtausenden leben und erst durch die weißen Siedler*innen und die sie begleitenden imperialistischen Streitkräfte verdrängt - und zuvor bekämpft und an den Rand der Ausrottung gedrängt - wurden. Das traditionelle Land der Mikisew Cree First Nation zum Beispiel, das diese mit vier weiteren First Nations, die zusammen das Athabasca Tribal Council bilden[1], erstreckt sich über weite Gebiete der "Athabasca Oil Sands"-Lagerstätte[2].

Traditional lands sind Gebiete, die vor der Eroberung durch die europäischen Siedler*innen von den bereits dort ansässigen Gemeinschaften genutzt wurden. Obwohl es keine allgemein anerkannte Definition zu geben scheint, finden sich sinngemäße Erläuterungen auf diversen Internetseiten zu derartigen Begrifflichkeiten zum Beispiel in Nigeria[3], Austrialien[4] oder auch Nordamerika[5]. Während sich Landbesitz in Europa um "Kontrolle" dreht, betrachten nordamerikanische First Nations dies vielmehr als ein Verwaltungsverhältnis[5].

"Land" bedeutet verschiedenes für indigene Gemeinschaften und Menschen, die keinen solchen Hintergrund haben. Viele indigene Menschen empfinden hier spirituelle, physische, soziale und kulturelle Verknüpfungen. Nicht-indigenen Personen bzw. Landeigentümer*innen hingegen mag sich mit dem Landbegriff eher Eigentum, Handelsware oder profitabler Vermögenstitel verbinden, wenn auch eine Lebensgrundlage oder "Zuhause" damit einhergehen können. "Das Land besitzt uns" und nicht umgekehrt, erklärt beispielsweise Bob Randall, ein australischer Aborigine, auf der Internetseite Creative Spirits, welche Bedeutung Land für indigene Menschen hat. [6]


Übersicht der "nummerierten Verträge" - das in den Tar Sands-Abbauregionen entscheidende "Treaty 8" ist in violetter Farbe gehalten

Moderner Landraub

Anders als oft zu hören ist, war die Grundhaltung der kanadischen Regierung und der Britischen Krone seit dem 18. Jahrhundert, dass es sich bei dem Grund & Boden in Nordamerika um Eigentum der Gesellschaften handelte, die dort bereits vor der europäischen Kolonisierung lebten, was auch mit der Bezeichnung als "First Nations" und "First People" zum Ausdruck gebracht wurde[7]. Dies klingt doch gerechter als die Stellungnahmen von Weißen in Nordamerika, die behaupten es sei "herrenloses" Land, das sich einfach angeeignet werden könne.

Unter dem Eindruck der schnell expandierenden USA und der Angst dadurch weniger Ackerflächen, ökonomische Ausdehnungsmöglichkeiten und Bodenschätze beanspruchen zu können, gab es in der Phase vor den ersten der sogenannten "Nummerierten Verträge" aber sehr wohl viele Stimmen im Parlament Kanadas, die Ländereien im Westen zu annektieren. Letztlich wurde aber auf Verhandlungen gesetzt.[7]

Die oben beschriebene Rechtsauffassung war schließlich ursächlich für die Vertragsverhandlungen der Britischen Krone mit kanadischen First Nations über die Abtretung von großen Landstrichen. Ohne diese Vereinbarungen hätte die Besiedlung und kapitalistische "Entwicklung" der Gebiete formal nicht mehr vorangetrieben werden können.[7] Trotzdem sind die daraus entstandenen "Treatys" keineswegs auf gleicher Augenhöhe und zu beiderseitigem, sich ausgleichenden Vorteil verhandelt und festgelegt worden. Sehr wohl herrschte die Sichtweise der "Überlegenen" (Europäer) gegenüber den "einfachen" und "unwissenden" Naturmenschen, was sich sowohl im Verhandlungsprozess, der Wortwahl als auch in den Ergebnissen niederschlägt.

Erstmals 1973 wurde im Fall Calder ./. British Columbia vom obersten kanadischen Gericht anerkannt, dass "die Aussage, dass der Rechtstitel als Ureinwohner, auch bekannt als indianischer Rechtstitel, der von dem Kläger hinsichtlich seines historischen Stammesterritoriums wie zuvor beschrieben geltend gemacht wird, niemals rechtmäßig vollständig erloschen ist."[8][9]

Überhaupt stimmte die Praxis britischer Landrechtpolitik in Nordamerika nicht mit dem eingangs beschriebenen "Geiste" überein, dass das Land seinen Ureinwohner*innen zugeschrieben wurde. Dies zeigt sich an der Geschichte der Hudson's Bay Company (HBC), die zeitweise der weltgrößte private Landbesitzer war, und der heute so bekannte Marken wie Galeria Kaufhof gehören.[10]

Hudson's Bay Company

Alles begann mit den beiden französischen Händlern und Schwägern Pierre-Esprit Radisson und Médard des Groseilliers. Die beiden hatten von den Cree gehört, dass es im Norden die besten Pelze geben solle, und wollten dort einen Handelsposten eröffnen. Im damaligen 17. Jahrhundert hatte Frankreich mit seiner Kolonie "Neufrankreich"[11], die den Großteils des Ostens Nordamerikas umfasste[12], de-facto das Monopol auf Pelzhandel in Nordamerika, und so bemühten sich die beiden um französische Zustimmung zu ihrem Plan. Die Genehmigung wurde jedoch verwehrt, weil der französische Gouverneur Marquis d'Argenson Konkurrenz für die bestehende Handelsroute befürchtete. 1659 machten sich Radisson und Groseilliers trotzdem auf den Weg und kehrten mit hochwertigen Pelzen zum Beweis des Potenzials der Hudson Bay-Region zurück. In Konsequenz wurden sie wegen unerlaubten Handels eingesperrt, bestraft und die Pelze von den Behörden konfisziert.[10]

Nach einem gescheiterten zweiten Anlauf wurden ihnen Kontakte nach London vermittelt, wo sie auf Prinz Ruprecht von der Pfalz[13] (englisch: Prince Rupert) stießen, der sie von nun an unterstützte und auch mit seinem Cousin, dem britischen König Karl II, bekannt machte. Im Juni 1668 machten sich zwei Schiffe auf Expedition zur Hudson Bay, von denen eines vorzeitig umkehren musste. Im südlichen Teil der Hudson Bay wurde ein erstes Fort errichtet. Am 2. Mai 1670 wurde infolge der erfolgreichen ersten Pelzgeschäfte die HBC als The Governor and Company of Adventurers of England Trading into Hudson's Bay mit königlicher Urkunde inkorporiert. Die Urkunde garantierte dem Unternehmen die Monopolstellung über das gesamte Wassereinzugsgebiet der Hudson Bay und der in sie mündenden Flüsse und Ströme. Das dadurch gebildete Land wurde in Anlehnung an den Sponsor "Rupert's Land" genannt und bedeckte eine Fläche von 3,9 Millionen Quadratkilometern. Prinz Ruprecht war von 1670-1682 der Gouverneur des Unternehmens. Während beispielsweise das heutige Südalberta dazu gehörte, waren die Hauptvorkommen der Tar Sands im nördlichen Alberta nicht Bestandteil von Rupert's Land[9], sondern des Nordwestlichen Territoriums[14].[10]

Die Rechtstitel aus der königlichen Urkunde umfassten aber nicht nur ein Monopol auf Handel und Gewerbe in dem Gebiet, sondern erklärte das Areal zu "unserer Kolonie in Amerika", wobei "Gouverneur und Unternehmen (...) und ihre Nachfahren" zu den "wahren und absoluten Herren und Eigentümern desselben Gebietes" erklärt wurden. Ausgenommen von diesen Besitzansprüchen wurden nur solche Flächen, "die eigentlich Besitz jeglicher anderer unserer Subjekte oder anderer christlicher Fürsten oder Staaten sind".[9] Entgegen der weiter oben beschriebenen Auffassung , dass das Land den First Nations gehörte, hatte sich die Britische Krone in kolonialistischer Manier einfach die gewünschten Flächen zugesprochen.

Entsprechend war die Rechtsauffassung der Krone, dass das Land, das in den Verträgen mit den First Nations verhandelt wurde, ihr bereits gehöre und dass die Verträge lediglich ein friedlicher Weg seien, um die Besiedlung der Nordwest-Territorien auf dem bereits ihr zustehenden Land zu erlauben. Während die Verträge von den First Nations, denen das Konzept Eigentum über Land zu haben fremd war, als Vereinbarung zwischen Nationen über die gemeinsame Nutzung des Landes verstanden wurde, sah die Britische Krone darin eine Sicherung ihrer Hoheit über das Land eines Volkes, dessen Staatshoheit lediglich in einem "persönlichen und Nutznießerrecht abhängig vom Guten Willen des Souveräns" bestehe. Diese Sichtweise wurde 1887 vom obersten kanadischen Gericht folgendermaßen wiedergegeben: "Zum Zeitpunkt der Entdeckung Amerikas, und lange danach, galt es als akzeptierte Regel, dass heidnische und ungläubige Nationen als immerwährende Feinde betrachtet wurden und dass der christliche Fürst oder das christliche Volk, das das Land zuerst entdeckt und in Besitz nimmt zu seinem absoluten Eigentümer wurde und mit dem Land machen durfte, was er/es wollte."[9]

Zwischen 1668 und 1717 errichtete das Unternehmen sechs Posten rund um die Bucht. Weitere Inlandsposten folgten nach 1774. Indigene wie weiße Jäger und Fallensteller brachten ihre Beute zu den Handelsposten und tauschten sie gegen andere Güter ein. Ab 1686 liefen immer wieder Scharmützel mit französischen Truppen ab, die zeitweise eine Vielzahl der Posten unter ihre Kontrolle brachten. Infolge verlorener Kriege mit der Britischen Krone in Europa trat Frankreich 1713 schließlich alle Ansprüche an das neu entstandene Großbritannien ab.[10]

Die Fallensteller der HBC waren intensiv an der Erforschung und ersten kapitalistischen Erschließungen beteiligt. Meist waren sie diejenigen, die erste Kontakte zu First Nations hatten, und die Posten der Hudson's Bay Company waren in der Folge die dominierende Anlaufstelle für Handel zwischen indigenen Gemeinschaften und Europäer*innen. Für das Unternehmen tätige Erkunder kartierten große Teile Nordamerikas.[10]

Obwohl nicht offiziell von der königlichen Urkunde abgedeckt, übernahm die Hudson's Bay Company auch in dem riesigen Gebiet, das aufgrund seiner relativen Lage zu Rupert's Land als Nordwestliches Territorium bezeichnet wurde, das Handelsmonopol. Erst 1859 wurde ihr die Region von der Krone ausdrücklich zugesprochen. In Einklang mit der Königlichen Proklamation von 1763 war eine Besiedlung durch Nicht-Indigene im großen Stil verboten, solange es keine Landabtretung per Vertrag (siehe Treaty 8) gab.[14]

Nach knapp zweihundert Jahren Besitzanspruch übertrug HBC 1869 schließlich Rupert's Land für 300,000 Pfund an Großbritannien, woraus dann mehrere kanadische Provinzen geformt wurden. Vielzählige indigene Gemeinschaften, die in diesem Gebiet lebten, bestritten immer wieder HBCs Ansprüche auf das Land und fochten deren Hoheitsgewalt darauf an[9]. Zusammen mit Rupert's Land trat die Hudson's Bay Company auch das Nordwestliche Territorium an die Krone ab[14]. Den endgültigen Übergang der Gebiete auf das eigenständiger werdende Kanada und das Zugeständnis eines eigenen Rechtssystems machte die britische Krone davon abhängig, dass Verträge mit den indigenen Gemeinschaften abgeschlossen würden, was den Abschluss der "Numbered Treaties", auf die später noch eingegangen wird, einleitete[9].[10]

Nach dem Ersten Weltkrieg stieg die Hudson's Bay Company ins Ölgeschäft ein, womit sich der Kreis zur Tar Sands-Industrie zu schließen beginnt. 1926 war das Unternehmen an der Gründung der Hudson's Bay Oil and Gas Company (HBOG) beteiligt, die 1967 der 6.-größte Ölproduzent in Kanada war. Infolge der sinkenden Ölpreise zog HBC sich 1981 aus dem Ölgeschäft zurück und überließ seinen Anteil an der HBOG dem Konzern Dome Petroleum, der 1988 von Amoco aufgekauft wurde[15]. Dieses Unternehmen wiederum fusionierte 1998 mit British Petroleum (BP)[16], ein Konzern, der massiv in Tar Sands investiert[17].[10]

Die Inbesitznahme von Land und natürlichen Ressourcen in Nordamerika, die Dominanz über die indigenen Einwohner*innen, aber auch die lange beanspruchte Kontrolle über den Handel in der Region und die letztlich erfolgreiche aggressive Verdrängung von Konkurrenten hat sich für die Hudson's Bay Company ausgezahlt. Heute macht das Unternehmen einen jährlichen Umsatz von 5,223 Mrd. Kanadischen Dollar und hat dabei Gewinne in Höhe von 258,1 Mio. Dollar. Das Gesamtvermögen der HBC wird mit 7,943 Mrd. Dollar beziffert. (alle Zahlen in Kanadischen Dollar CAD sowie beruhend auf Daten für das Jahr 2014)[10]

Karte nach der "Proklamation von 1763" - pink mit hellgrüner Umrandung ist das Indian Reserve

Proklamation von 1763

Infolge des "Siebenjährigen Kriegs" schlossen die europäischen Großmächte die "Friedensverträge von Paris", in denen u.a. nahezu alle Kolonialansprüche Frankreichs in Nordamerika an Großbritannien und Spanien abgetreten wurden.[18][19] Zur Neuorganisation der nordamerikanischen Gebiete unter britischer Vorherrschaft erließ König Karl III die "Königliche Proklamation von 1763". Sie enthielt auch die sogenannte "Proklamationslinie" zwischen den Kolonien und den "Indian Reserves", die vorläufig den indigenen Communitys zugesprochen wurden. Tatsächlich waren die "reservierten" Gebiete westlich der Appalachen weitestgehend unerkundet und fast gar nicht von Europäer*innen besiedelt. Es war durchaus vorgesehen, diese Linie nach und nach weiter nach Westen zu verlagern, wobei das betreffende Gebiet im Verhältnis zu den Kolonien klein war, aber dies sollte in geordneten und gesetzmäßigen Bahnen geschehen. Diese Proklamation dürfte den Ausgangspunkt der sich ändernden Rechtsauffassung zu den ursprünglichen Landrechten der First Nations dargestellt haben.[20][21]

Nun war es Privatleuten in dem definierten Gebiet nicht mehr erlaubt Land der Indigenen zu kaufen - dieses Recht behielt sich die Britische Krone vor. Dazu sollte es künftig öffentliche Versammlungen von königlichen Abgesandten mit Vertreter*innen der First Nations geben. Die Abgesandten der Krone mussten vor einer Zustimmung der Besiedlung von First Nations-Land durch Siedler auch die Zustimmung des Königs einholen. Die Grenzlinie war als solche problemlos übertretbar, nur Siedeln war dahinter für Nicht-Indigene verboten.[20][21]

Hintergrund des Erlasses dieser Regeln war wohl das Bedürfnis, die immer wieder gegen die Dominanz der Europäer*innen und gegen das aggressive Vordringen der Siedler und Unternehmen aufbegehrenden First Nations zu befrieden. Da aber häufig gegen diese Schutzregelungen verstoßen wurde, hinter der Proklamationslinie zehntausende Weiße ungehindert ansiedelten und auch die Arroganz der europäischen Einwanderer*innen insbesondere nach Einführung der Proklamation gegenüber den indigenen Gemeinschaften schlimmer wurde, kam es immer wieder zu Feindseligkeiten. Historisch wird übrigens eingeschätzt, dass die Beschränkung der freigegebenen Siedlungsflächen wesentlicher Anlass für die Loslösung der späteren USA von der Krone und damit für den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg war.[20][21]

Die Proklamation von 1763 stellt bis heute einen wichtigen juristischen Bezugspunkt für die Ansprüche indigener Menschen auf das Land, auf dem sie und ihre Vorfahren gelebt haben, dar. Sie stellte wohl den ersten entscheidenden Präzedenzfall für die Anerkennung spezieller Rechte der indigenen Bevölkerung auf das von ihnen bewohnte Land dar.[21]

Numbered Treaties

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schloss die kanadische Regierung eine Reihe nummerierter Verträge mit Repräsentanten von First Nations ab, die auf weitere Besiedlungen und Ressourcenabbau abzielten und dem kanadischen Staat weite Gebiete zusprachen, wofür den indigenen Gemeinschaften individuell ausgehandelte Versprechen gemacht wurden. Diese Verträge sind bis heute gültig und wurden u.a. im Canadian Aboriginal law verankert. Da die Rechte der First Nations in den Verträgen teils recht unkonkret bleiben, müssen Indigene diese oft vor Gericht beweisen und für ihre Erfüllung kämpfen.[7]

Derartige Verträge wurden immer dann initiiert, wenn bedeutende wirtschaftliche Interessen den kanadischen Staat zu Verhandlungen mit den indigenen Gemeinschaften drängten. Dann wurden Zugeständnisse wie soziale Sicherung oder Versorgung mit Werkzeugen angeboten, um im Gegenzug die volle Verfügungsgewalt über deren Lebensraum zu erhalten. Oft fand die Vertragsentwicklung dann übereilt statt und nahm wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse der First Nations. Keine zwei der "Nummerierten Verträge" glichen einander; die Vertragsbedingungen wurden immer neu ausgehandelt, so dass eine Vergleichbarkeit schwer gegeben war. Durch die Verträge erlangte Kanada die Kontrolle über die meisten Aspekte der Gesellschaft, insbesondere hinsichtlich Bildung, Verwertung von Bodenschätzen, Landnutzung und Erlass von Gesetzen in verschiedensten sozialen Feldern.[7]

Anders als frühere Verträge mit First Nations, die sowohl indigene als auch britische Traditionen berücksichtigten, waren die "Nummerierten Verträge" in reiner britischer Diplomatenmanier aufgesetzt worden. Den indigenen Repräsentant*innen wurden Übersetzer*innen zugeordnet, die übersetzen sollten, was in den Diskussionen gesagt wurde. Schon hierbei sind entscheidende Unterschiede in schriftlichen Dokumenten der Regierungsvertreter dieser Zeit und den mündlichen Überlieferungen, die von den Repräsentanten der First Nations in den Verhandlungen vorgenommen wurden, zu finden. Die Misskommunikation zwischen den so unterschiedlichen Verhandlungspartnern ist u.a. in Tagebucheinträgen der Unterhändler und Beschuldigungen von Vertretern der indigenen Seite, wesentliche Inhalte nicht genannt zu haben, belegt. Einzelne detaillierte handschriftliche Notizen indigener Beteiligter weisen ebenfalls auf erhebliche Unterschiede im Verständnis des Diskussionsgegenstandes auf. Daran Schuld können neben den abweichenden kulturellen und juristischen Gewohnheiten auch die Sprachbarrieren sein, da bezweifelt werden muss, dass die juristischen englischen Formulierungen immer in verständlicher Form übersetzt wurden.[7]

Ein anderer Aspekt war der gezielte Einsatz von Vokabeln, die bei den First Nations gewisse Assoziationen auslösen sollten, aber in der britischen Amtssprache eine dezidierte Bedeutung haben. Die Titulierung der First Nations als "Kinder" und die Britische Krone als "Mother Queen" suggerierte ein Fürsorgeverhältnis und den Schutz der Interessen der indigenen Ureinwohner*innen Nordamerikas unter den Fittichen des Britischen Empires. Mit Phrasen wie "You will always be cared for, all the time, as long as the sun walks" wurden die Vertragspartner angesprochen und zur Zustimmung zu den "Treaties" bewegt. Der Glaube an den guten Willen und die Ehrlichkeit der britischen Abgesandten wurde in mancher Vertragsverhandlung durch Heilige Pfeifenrituale bekräftigt.[7]

Treaty 8

Treaty 8 wurde am 21. Juni 1899 zwischen Königin Victoria (Kanada ist als Staat parlamentarischer Monarchie aufgestellt[22]) und verschiedenen First Nations unterzeichnet. Geltungsgebiet des Vertrags ist eine Fläche von 840.000 km², größer als Frankreich[23]. Es umfasste Nord-Alberta, Nordost-British Columbia, Nordwest-Saskatchewan und den südlichsten Teil der Nordwest-Territorien. Lange Zeit hatte die Regierung den Abschluss eines Vertrages für die von Treaty 8 abgedeckten Gebiete nicht für notwendig erachtet, weil dort als Konsequenz aus den unwirtlichen Konditionen des Nordens bis dahin keine großen Siedlungsaktivitäten unternommen worden waren. In der Mitte der 1890er Jahre führte eine als "Klondike-Goldrausch"[24] bezeichnete Goldgräberstimmung zum Zuzug von Europäer*innen in die bis dahin noch weitgehend unbehelligten Gebiete. Die zunehmenden Kontakte und Konflikte mit hier ansässigen First Nations veranlasste die kanadische Regierung zu Vertragsverhandlungen.[25]

Klondike-Goldrausch

Der Klondike-Goldrausch gilt als einer der folgenreichsten, erfährt mensch auf Wikipedia. Mehr als einhunderttausend Goldsucher*innen zogen zum Klondike River, davon deutlich weniger durch Alberta, wo die legendäre Goldgräberstadt Dawson (verarbeitet u.a. in Charlie Chaplins Stummfilm "Goldrausch" und in einigen Dagobert Duck-Comics)[26] gegründet[27] wurde. Die Gegend befindet sich im heutigen Territorium Yukon im äußersten Nordwesten Kanadas an der Grenze zu Alaska[28]. Der Goldrausch währte nur kurz, von 1896 bis 1899. Das Leben in den indigenen Gemeinschaften wurde aber erheblich beeinträchtigt: Zahlreiche indigene Menschen erlagen zuvor hier nicht verbreiteten, nun aber eingeschleppten Krankheiten; außerdem schwand die Lebensgrundlage der Gemeinschaften, die Karibuherden, die durch die Glücksritter drastisch dezimiert wurden. Die im direkten Umfeld der Goldgräberregion lebenden Han (richtiger: "Hän Hwëch'in"; englisch: "Hän people")[29][30] wurden in ein Reservat getrieben, um dem Goldrausch Platz zu schaffen, wo viele von ihnen starben. Während manche Indigene kurzfristig in der Lage waren als Scouts, Träger*innen oder Verkäufer*innen von Lebensmitteln und Zubehör von den Vorgängen zu profitieren, führte mittel- und langfristig die Umweltzerstörung durch den Goldabbau, der außerdem großflächige Kahlschläge bedingt hatte, zu großem Leiden. Davon waren wiederum insbesondere die in dieser Region lebenden Han betroffen, deren Fisch- und Jagdgründe weitgehend zerstört worden waren. Nach ihrer Umsiedlung in ein Reservat brach deren Bevölkerungszahl drastisch zusammen. Daran hatten einerseits die Verschmutzung der Wasservorräte, andererseits die eingeschleppten Pocken Anteil.[24][31]

Drei Routen führten von Edmonton in Richtung des Klondike Rivers, die als "THE INSIDE TRACK" und "BACK DOOR TO THE KLONDIKE" beworben wurden. Letztere führte an Fort McMurray vorbei, während erstere die heutigen Tar Sands-Abbaugebiete nur in der Peace River-Region passierte. Tatsächlich wollte die Regierung dazu motivieren Routen über Edmonton zu verwenden und beauftragte eigens T. W. Chalmers eine der drei Trassen anzulegen. Diese wurde "Klondike Trail" oder "Chalmers Trail" genannt und führte über mehr als 2.500 km vom Athabasca River nordwestlich von Edmonton zum Peace River und von dort über Land zum Klondike[32]. Etwa 1.660 Personen nutzten diese drei Routen, von denen aber nur 685 ihr Ziel erreichten. Der Staat Kanada indes verdiente gut am Goldrausch: auf alles von Traditional Lands der dortigen First Nations entnommene Gold erhob er 10-20 % Gebühren. Dass davon etwas an die indigenem Gemeinschaften abgeführt worden wäre, ist nichts bekannt. [31]

Originalton: Landabtretung

"Die genannten Indianer treten hiermit alle ihre Rechte, Titel, Privilegien usw. an dem Land in den folgenden Grenzen für immer ab, übertragen diese, händigen sie aus und geben sie ab an die Regierung des Dominion Kanada für Ihre Majestät die Königin und ihre Nachfahren: [es folgt die Beschreibung des Gebietes von etwa 840.000 km²; Anm. d. A.] Und außerdem die genannten Rechte, Titel, Privilegien usw. der Indianer auf alles andere Land, wo immer es in den Nordwestlichen Territorien, British Columbia oder jeglichem anderen Teil des Dominions Kanada liegt."[33]

Hintergründe

Das Regelwerk zu Treaty 8 beginnt mit einer einleitenden Stellungnahme der kanadischen Regierung, die einerseits die Intentionen des Staates hinter diesem Vertragswerk anreißt, andererseits in angreifender Sprache auf die betroffenen First Nations eingeht. In einer Sprache, die wir hierzulande als "Beamtendeutsch" bezeichnen würden, wird in einer langen Aneinanderkettung von Teilsätzen zunächst ein vorliegender Bericht wiedergegeben; Auszug: "... dass diese Indianer, ebenso wie die Beaver-Indianer vom Peace- und Nelson River und die Sicamas und Nihames-Indianer, zu stürmischem Verhalten neigten und verantwortlich für den Ärger seien, den Bergarbeiter und Händler hätten, die von den Indianern als sich einmischend in das, was diese als ihre gutes Recht erachteten, betrachtet würden; und er stellte fest, dass die Situation durch die Anwesenheit der vielzähligen Reisenden, die ins Land gekommen sind und auf viele Punkte zwischen dem Lesser Slave Lake und Peace River verstreut sind, noch schwieriger geworden ist."[33]

Aus dieser einleitenden Stellungnahme lässt sich auch ablesen, warum nicht nur die Gebiete, auf die die kanadische Regierung wegen der entdeckten Bodenschätze bzw. zur Besiedlung Anspruch erheben wollte, Teil der Verhandlungen wurden, sondern auch weite Flächen zwischen den Hauptinteressengebieten: Die künstlichen Grenzen, die von der Bürokratie gezeichnet und mit ihren Verwaltungsuntereinheiten ausgehandelt wurden, waren den indigenen Gemeinschaften gar nicht bekannt. So hätte es für sie gewirkt als hätte es Vereinbarungen mit Teilen ihrer Communitys gegeben, aber andere, die auch dazugehörten seien ausgeschlossen worden. Da diese First Nations miteinander alliiert waren, hätte eine selektive Vorgehensweise Probleme provoziert.[33]

Entscheidenes Ziel des Dominion Kanada, die im 19. Jahrhundert eingeführte Bezeichnung Kanadas als etwas eigenständiger, aber weiterhin der britischen Monarchie zugehöriges Herrschaftsgebiets, war die Öffnung der betreffenden Gebiete für eine kapitalistische Erschließung bei gleichseitigem Schutz der Leben und des Eigentums der Einwandernden. Es sollten Vorkehrungen getroffen werden, um "alle feindseligen Gefühle aus den Köpfen der Indianer zu entfernen und diese sich friedlich den veränderten Bedingungen zu fügen". Der Vertrag umschreibt das Begehren "Ihrer Majestät" bestimmte Flächen für "Besiedlung, Einwanderung, Handel, Reisen, Berbau, Holzeinschlag und weitere Zwecke, die Ihrer Majestät billig scheinen, zu öffnen".[33]

Die sichtbaren Tar Sands-Vorkommen, wenn auch noch nicht als solche erkannt, erregten bereits die Aufmerksamkeit der Vertrags-Unterhändler. An einigen Orten befinden sich die Bitumenlager nämlich so nah an der Oberfläche, dass sie von Fließgewässern ausgewaschen werden und kilometerlange scheinbar teergetränkte Sandbänke bilden. Nach Einschätzung der Berichterstatter zu dieser Zeit würden allerdings die Tar Sands keine große Rolle bei der Ausbeutung des Reichtums der Gegend am Athabasca- und Slave River darstellen, sondern ertragreich würden vor allem Fischfang und Pelzhandel, allenfalls noch die Ausbeutung womöglich vorhandener Mineralienvorkommen.[33]

Verhandlungen

Zum Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen war den Vertreter*innen der First Nations vermutlich nicht bewusst, welchen Wert der Zugriff auf die Bodenschätze und die Kontrolle über die Infrastruktur haben würde. Aus einem Bericht der königlichen Verhandlungsbevollmächtigten geht hervor, dass Bedenken der indigenen Repräsentant*innen sich in erster Linie auf mögliche Einschränkungen der Jagd- und Fischfangrechte und in zweiter Linie auf mögliche Steuererhebungen oder den Einzug zum Militärdienst bezogen. Durch das Zugeständnis die Ausrüstung mit Munition und Angelzeug zu finanzieren sei es gelungen "die Ängste der Indianer zu beruhigen, die eingestanden, dass es unlogisch wäre Mittel zur Jagd und zum Fischen bereitzustellen, um dann Gesetze in Kraft zu setzen, die Jagd und Fischfang derart beschränken, dass eine dem Lebensunterhalt genügende Betätigung in diesen Feldern unmöglich würde." Die Verhandlungsbevollmächtigten berichteten weiter, dass sie den Indigenen versichert hätten, dass der Vertrag zu keinerlei erzwungener Einmischung in ihre Lebensweise führen würde.[33]

Andererseits wurden die Vertreter der First Nations auch mit der königlichen Sichtweise konfrontiert, dass sie, unabhängig davon, ob sie den Vertrag unterzeichnen würden, dem Gesetz unterlägen und bestraft werden würden, wenn sie dagegen verstießen. Moralisierend wurde argumentiert, dass das Gesetz für den Schutz Aller gemacht wurde und von allen Einwohner*innen respektiert werden muss, unabhängig von Hautfarbe oder Herkunft.[33] Hier zeigt sich die kolonialistische Sichtweise - Europäer*innen dringen in die Lebenswelt anderer Gesellschaften ein, installieren ein Ordnungssystem und erklären nun müssten sich alle unterordnen. Diese herrschaftliche Lesart wirkt natürlich auch hier, wo ebenso ungefragt die herrschenden Verhältnisse den Menschen aufgedrückt wird. Die Dreistigkeit derartiger Ansprüche wird in Bezug auf Gemeinschaften, die zuvor unabhängig und territorial weit entfernt leben, allerdings sehr viel deutlicher.

Angesichts der späteren Verletzung dieser Vereinbarung durch die zwangsweise Einführung christlich geführter Internate für indigene Kinder und Jugendliche ("Residential Schools") soll an dieser Stelle auf ein weiteres Versprechen an die First Nations eingegangen werden: Auf die Forderung der Vertreter der indigenen Communitys nach der Bereitstellung von Bildungsmöglichkeiten wurde versichert, dass dies sowieso unabhängig vom Vertrag ein Anliegen des kanadischen Staates sei und dass entsprechend den geltenden Gesetzen es zu keinerlei Einmischung in die indianischen Religionen geben würde.

Für die Zustimmung zum Treaty 8 bezahlten die königlichen Unterhändler pro Kopf zwischen 12 und 32 Dollar, je nachdem ob es sich um Häuptlinge, Dorfoberhäupter oder einfache Mitglieder der First Nations handelte. Insgesamt wurden mit der Vertragsunterzeichnung somit 26.974 Dollar als "Ruhegeld" oder "Zuwendung", laut Vertrag als Zeichen der "Zufriedenheit der Königin mit dem Benehmen und guten Betragen Ihrer Indianer und zur Löschung aller ihrer früheren Ansprüche", in die Einbindung von 2.217 Personen investiert. Der Vertrag wurde erst mit einer Gruppe Abgesandter der First Nations ausgehandelt und bekräftigt. Danach besuchten die königlichen Unterhändler diverse weitere indigene Gemeinschaften im räumlichen Geltungsbereich des Treaty 8 und motivierten diese ebenfalls zuzustimmen. Angesichts der bereits geschaffenen Tatsachen und der Aussicht gewisse Gegenleistungen für die Teilnahme zu erhalten wurde ein großes Interesse dem Vertrag beizutreten dokumentiert. Auf einer weiteren Rundreise der Abgesandten der Britischen Krone im Jahr 1900 wurden weitere First Nations eingebunden und erhielten eine Abfindung von 14.858 Dollar, die zu der 1899 gezahlten Summe hinzukamen.[33]

Weitere Glasperlen, die den indigenen Gemeinschaften geboten wurden, um die Landabtretung schmackhafter zu machen, waren solche Kleinigkeiten wie, dass jeder unterzeichnende Häuptling eine Silbermedaille und geeignete Fahne erhalten sollte sowie ab dem Folgejahr der Unterzeichnung alle drei Jahre ein Kleidungsstück für jeden Häuptling und jedes Dorfoberhaupt. Außerdem wurde jedem Häuptling, der mit seiner Gemeinschaft in ein Reservat ziehen würde, zehn Äxte, fünf Handsägen, ein Wetzstein und passendes Zubehör versprochen.[33]

Paternalistische Behandlung

Die Vertreter der First Nations wurden niemals als gleichberechtigte Verhandlungspartner betrachtet. Im besten Fall wurden sie als unwissende und allein nicht überlebensfähige "Kinder" betrachtet, die des Schutzes der Krone bedurften. Beispielsweise urteilten die Verhandlungsführer Kanadas in ihrem Bericht von den Treaty 8-Verhandlunngen folgendermaßen: "Obwohl die Indianer des Nordens hinsichtlich Benehmen und Kleidung viel zivilisierter erscheinen als andere Indianer als Verträge gemacht wurden, sind sie genauso des Schutzes des Ureinwohnergesetzes bedürftig wie alle anderen Indianer des Landes und sind entsprechend Gegenstand der väterlichen Sorge der Regierung.[33]

Der Vertrag selbst bezeichnet die indigenen Menschen als "die Indianer Ihrer Majestät" (Treaty 8 ist ein Vertragswerk zwischen der Britischen Krone auf der einen Seite und den auf dem beanspruchten Gebiet lebenden Indigenen). Die Rede ist von "zugesicherten Zuwendungen, mit denen sie rechnen dürfen und die sie durch Ihrer Majestäts Großzügigkeit und Güte erhalten."[33]

Zum Abschluss des Treatys mussten die indigenen Repräsentanten feierlich versichern, sich strikt an den Vertrag zu halten und "als gute und loyale Subjekte Ihrer Majestät der Königin zu benehmen".[33]

Vertragsbestandteile

Grundbestandteile von Treaty 8 waren Vorkehrungen, um die Lebensgrundlagen der indigenen Bevölkerung zu gewährleisten, wie z.B. Rechtsansprüche auf Land, fortlaufende finanzielle Unterstützung, jährliche Lieferungen von Jagdutensilien sowie Jagdrechte auf dem abgetretenen Land. Allerdings nur, sofern die aufgegebenen Flächen nicht forstwirtschaftlich genutzt, dort Bergbau betrieben, Siedlungen darauf errichtet oder es anderen Zwecken zugeführt wurde.[25] Diese weitgefassten Formulierungen haben sicherlich Anteil auf den Rechtsstreitigkeiten, die immer wieder auftreten, wenn First Nations ihre Vertragsrechte einverlangen.

Während Kanada durch den Vertrag die Landrechte erlangte und Jagd- und Fischereirechte der indigenen Bevölkerung auf Siedlungs- sowie Bergbauflächen unterbinden konnte, wurden den First Nations kleine Reservate und ein geringer finanzieller Ausgleich zugestanden. Diese erhielten außerdem Ackerbaugeräte sowie finanzielle Zuteilungen in Höhe von insgesamt 1 Dollar pro Familienvater für Munition und Fischnetzgarn. Für die als notwendig zugestandene Zahl an Schullehrer*innen wurden Mittel bereitgestellt. Das von den First Nations an den Staat abgetretene Land durfte von nun an nach deren Zustimmung von der Regierung gekauft und verkauft werden.[7]

Im Zuge des Vertrags verpflichteten sich die indigenen Gemeinschaften in jeglicher Hinsicht dem Gesetz zu gehorchen und treu zu sein. Explizit benennt Treaty 8 auch die Verpflichtung mit den Beamten Ihrer Majestät zu kooperieren, um jeglichE IndigenE, die gegen die Bedingungen dieses Vertrags oder das Gesetz verstoßen hat, "der Gerechtigkeit und Bestrafung zuzuführen"[7]

Treaty-Dispute

Die Regierung des Dominions verletzte die Vertragsbedingungen der Treaties vielfach - z.B. als das zugesicherten Bildungssystem umstrukturiert und die berüchtigten Residential Schools eingeführt wurden, bei der Beseitigung ihrer traditionellen Selbstregierung und Überführung in den Status von "Schutzbefohlenen des Staates" oder auch der Einsatz von Indianeragenten zur Kontrolle ihres Verkaufs an Vieh und Saaten.[7]

In den 1960er Jahren kritisierte das American Indian Movement die Treaties als ungültig, weil sie erzwungen wurden und keine Vereinbarung zwischen gleichberechtigten Partnern darstellten, weil sie in der Geschichte mehrfach von der Regierung gebrochen wurden und weil sie nicht in Vereinbarung mit rechtmäßigen Häuptlingen und unter Ausschluss der Frauen abgeschlossen wurden, die traditionell aber oft das letzte Wort hatten.[7]

Andererseits scheinen die in Nordalberta ansässigen First Nations heute vor allem den Wert und die Gültigkeit der Treaties zu betonen - trotz der massiven Übervorteilung und der ungerechten Verteilung der Rechte in Hinblick auf die Landnutzung. Vielleicht steckt dahinter die Angst, mit den Verträgen die wenige Sicherheit, auf die sie sich in der Auseinandersetzung mit mächtigen Konzernen und kolonialen Institutionen stützen können zu verlieren. Also lieber nicht zu große Ansprüche zu erheben, als noch mehr diskriminiert zu werden...


  1. http://atc97.org/about-atc - gesichtet 2. Februar 2017
  2. http://mikisewcree.ca - gesichtet 2. Februar 2017
  3. http://www.igi-global.com/dictionary/traditional-land-owners/44989 - gesichtet 2. Februar 2017
  4. https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Land_council&oldid=746602984 - gesichtet 2. Februar 2017
  5. 5,0 5,1 https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Land_tenure&oldid=755865315 - gesichtet 2. Februar 2017
  6. https://www.creativespirits.info/aboriginalculture/land/meaning-of-land-to-aboriginal-people - gesichtet 2. Februar 2017
  7. 7,00 7,01 7,02 7,03 7,04 7,05 7,06 7,07 7,08 7,09 7,10 https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Numbered_Treaties&oldid=749377461 - gesichtet 3. Februar 2017
  8. https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Calder_v_British_Columbia_(AG)&oldid=714943718 - gesichtet 5. Februar 2017
  9. 9,0 9,1 9,2 9,3 9,4 9,5 https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Rupert%27s_Land&oldid=760073996 - gesichtet 5. Februar 2017
  10. 10,0 10,1 10,2 10,3 10,4 10,5 10,6 10,7 https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Hudson%27s_Bay_Company&oldid=763623702 - gesichtet 4. Februar 2017
  11. Schon frühe französische Expeditionen nach Amerika erhoben dort Landansprüche: 1534 war es Jacques Cartier, der das Gebiet um die Mündung des Sankt-Lorenz-Stroms als erstes für Frankreich in Besitz nahm.
    Quelle: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Neufrankreich&oldid=161692592 - gesichtet 4. Februar 2017
  12. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Neufrankreich&oldid=161692592 - gesichtet 4. Februar 2017
  13. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ruprecht_von_der_Pfalz,_Duke_of_Cumberland&oldid=157345665 - gesichtet 4. Februar 2017
  14. 14,0 14,1 14,2 https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=North-Western_Territory&oldid=724872146 - gesichtet 5. Februar 2017
  15. https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Dome_Petroleum&oldid=721071386 - gesichtet 5. Februar 2017
  16. https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Amoco&oldid=755911575 - gesichtet 5. Februar 2017
  17. https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=BP&oldid=763653947 - gesichtet 5. Februar 2017
  18. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Pariser_Frieden_1763&oldid=159035311 - gesichtet 5. Februar 2017
  19. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Siebenj%C3%A4hriger_Krieg&oldid=162073410 - gesichtet 5. Februar 2017
  20. 20,0 20,1 20,2 https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=K%C3%B6nigliche_Proklamation_von_1763&oldid=147294081 - gesichtet 5. Februar 2017
  21. 21,0 21,1 21,2 21,3 https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Royal_Proclamation_of_1763&oldid=760802933 - gesichtet 5. Februar 2017
  22. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kanada&oldid=161940470 - gesichtet 3. Februar 2017
  23. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Frankreich&oldid=162136251 - gesichtet 3. Februar 2017
  24. 24,0 24,1 https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Klondike-Goldrausch&oldid=161529314 - gesichtet 3. Februar 2017
  25. 25,0 25,1 https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Treaty_8&oldid=733786523 - gesichtet 3. Februar 2017
  26. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Klondike_River&oldid=160737448 - gesichtet 3. Februar 2017
  27. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Dawson_(Yukon)&oldid=160737312 - gesichtet 3. Februar 2017
  28. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Yukon_(Territorium)&oldid=161444529 - gesichtet 3. Februar 2017
  29. https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=H%C3%A4n&oldid=714355652 - gesichtet 3. Februar 2017
  30. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Han_(Volk)&oldid=158255748 - gesichtet 3. Februar 2017
  31. 31,0 31,1 https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Klondike_Gold_Rush&oldid=761751108 - gesichtet 3. Februar 2017
  32. https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Klondike_Trail&oldid=719188349 - gesichtet 3. Februar 2017
  33. 33,00 33,01 33,02 33,03 33,04 33,05 33,06 33,07 33,08 33,09 33,10 33,11 http://media.wix.com/ugd//75b7f5_8cbde24a19745ce155be22f595cc9362.pdf - gesichtet 3. Februar 2017


Diese Seite ist ein Auszug einer Publikation aus unserer Kampagne im grünen blatt. Unter der Überschrift "Tar Sands": Nachhaltige Zerstörung von Urwäldern und Feuchtgebieten, Enteignung indigener Menschen und größter Einzelverursacher des Treibhauseffekts erscheint dort seit Anfang 2013 eine fortlaufende Artikelserie mit Hintergrundinformationen zu den Tar Sands.

Dieser Auszug ist Teil 12+13 der Artikelreihe entnommen. Weiterverwendung und Verbreitung unter Angabe der Originalquelle (grünes blatt) oder unserer Kampagne ist erwünscht!